Kleintierpraxis Im Moos Zahnhygiene bei Haustieren

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Zahnhygiene bei Hund und Katze

 

 

Auch bei unseren Haustieren nehmen „Zivilisationskrankheiten“ zu. Die häufigste Ursache für Zahnverluste bei Hund und Katze sind paradontale Erkrankungen, welche durch die Bildung von Zahnplaque, Zahnstein und bakteriellen Entzündungen entstehen.

 

Zahnplaque: Weissliche, 1-2mm dicke, gut abschabbare Lage auf Zähnen, die nicht regelmässig gereinigt werden. Zahnplaque hat beinahe die gleiche Farbe wie der Zahn, weshalb dies oft nicht bemerkt wird. Am häufigsten sind Plaque entlang des Zahnfleischrandes (Gingiva) und an Stellen zu finden, die schlecht vom Tier auf natürliche Art gereinigt werden (z.B. Backentaschen).

                        Plaque bestehen aus Futterresten, Mineralstoffen aus dem Speichel, toten und lebenden Bakterien und ihren Abfallprodukten. Das Ganze wird durch eine Art „Klebstoff“, der von bestimmten Bakterien gebildet wird, zusammengehalten.

                        Zahnplaque kann auf zwei Arten Schaden anrichten: einerseits durch Entzündung und Abbau des Zahnhalteapparates (Paradontose), andererseits durch Karies (bei Hunden und Katzen sehr selten).

 

Zahnstein:    Verkalkte Zahnplaque. Falls Plaque nicht entfernt wird, beginnt nach einigen Tagen der Verkalkungsprozess. Zahnstein ist zuerst weiss und bekommt später eine dunkelbraune Farbe. Am meisten Zahnstein lagert sich auf der Wangenseite der Backenzähne und auf der Zungenseite der Schneidezähne ab (also in der Nähe der Ausführgänge der Speicheldrüsen). Auch auf dem Zahnstein kann weiter Zahnplaque abgesetzt werden, die wiederum zu Zahnstein verkalken. Dies führt schlussendlich zu riesigen Zubildungen, die unter anderem beim Fressen/Kauen auch die Maulschleimhaut verletzen können.

 

Einen Einfluss auf die Entwicklung von paradontalen Erkrankungen haben unter anderem Entwicklungsstörungen (z.B. verbleibende Milchzähne), Zahnfehlstellungen, Futterqualität (bei zu weichem Futter fehlt die natürliche mechanische Reinigung von Gebiss und Schleimhaut) und spezielle Eigenarten des Tieres (Steine tragen, Knochen / Metall / Holz / Tennisbälle kauen,...).

 

Oft fallen Hunde und Katzen mit Zahnbelägen oder Zahnstein dem Besitzer erst durch einen starken Maulgeruch auf. Dieser kommt nicht direkt vom Zahnstein, sondern wird durch die Entzündungsprozesse und Infektion der Schleimhaut verursacht. Eine alleinige Zahnsteinentfernung beseitigt das Problem des Maulgeruchs also nicht total.

Zahnstein hingegen bedeutet, dass die Maulhygiene des Tieres ungenügend ist; ein gesundes Hunde- oder Katzengebiss sollte keinen Zahnstein aufweisen.

 

Angesetzter Zahnstein kann nur noch mittels Handinstrumenten abgeschabt oder mit Ultraschall entfernt werden. In den meisten Fällen wird dazu eine Sedation oder Narkose nötig sein. Anschliessend an die Reinigung wird das Gebiss poliert, um eine glatte Zahnoberfläche zu erhalten und damit dem neuen Ansetzen von Zahnbelägen vorzubeugen. Bei Hunden wird zum Schluss noch eine den Zahnschmelz stärkende Fluorpaste aufgetragen.

Das Gebiss des Tieres ist nun aber nicht vor neuen Belägen sicher; Zahnbeläge bilden sich bereits einige Tage nach der Reinigung wieder, und ohne entsprechende Pflege/Prophylaxe wird auch bald darauf die Umwandlung in Zahnstein wieder einsetzen. Eine gute Mundhöhlenversorgung resp. Zahnpflege zu hause (Home care) kann die Anzahl der tierärztlichen Gebissversorgungen (und damit auch die Anzahl Sedationen/ Narkosen) stark reduzieren.

 Home care

 Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die Gebisspflege Ihres Tieres unterstützen können. Je nach gewählter Methode oder Kombinationen mehrerer Varianten wird der Erfolg grösser oder kleiner ausfallen. Nicht alle Tiere sind gleich kooperativ; jeder Besitzer wird die Pflegemassnahmen ein Stück weit dem einzelnen Tier anpassen müssen. Ziel ist es, für die vom Besitzer gewählte Methode („Aufwand“) ein Minimum an Stress (für Besitzer und Tier!) und ein Maximum an Reinigung erreichen.